HOLZBAU // DENKMALPFLEGE

Mit viel Liebe und Fachkompetenz

machen wir aus Alt wieder Neu! 

In diesem sensiblen Bereich ist oftmals Fingerspitzengefühl gefragt. Nicht immer gibt es Vorlagen, um bestimmte Details original- getreu nachzubauen. Dann sind Kreativität und mitunter auch Phantasie sowie handwerkliches Geschick die bestimmenden Eigenschaften der Mitarbeiter.

 

Auf Grund dessen, dass die Zimmerei Korte schon zahlreiche Restaurierungen sowie denkmalpflegende und -schützende Arbeiten durchgeführt und dadurch ihren guten Ruf als Fachfirma in der Denkmalpflege mehrfach bestätigt hat, wird unser Unternehmen von den Denkmalbehörden empfohlen.

                                                              


Dokumentation: Sanierung eines Fachwerkhauses

Dokumentation aus der Fachzeitschrift:
Bauhandwerk mit Bausanierung
(Heft: 7-8 2000)
aus dem Bertelsmann Fachzeitschriften Verlag


Schöner Schein: Auf den ersten Blick machte das typisch westfälische
Fachwerkhaus einen guten Eindruck, erwies sich jedoch nach umfangreicher Prüfung als anspruchsvolles Sanierungsobjekt.

 

Dipl. Ing. Friedrich Beckschulze, Hamm

Vor der Sanierung: Das Gebäude präsentierte sich beim ersten Ortstermin "als ein schönes westfälisches Fachwerkhaus". Doch der Schein trügt hier...
Nach der Sanierung: Materialmix: In den sanierten Gefachen sind die Lehmziegel noch zu sehen, der Außenputz wird erst nach einer ausgedehnten Trocknungszeit aufgebracht

Im Sommer 1997 wurde der Entwurfsverfasser vom Eigentümer des denkmalgeschützten Objektes mit der Planung und den Instandsetzungsarbeiten beauftragt. Zu diesem Zeitpunkt hatte das um ca. 1880 errichtete Gebäude schon eine belebte, jüngere Geschichte hinter sich. Ende der 80er-Jahre hatte der Voreigentümer das Gebäude angeblich durchgängig restauriert. Auf dieser Grundlage erwarb der jetzige Eigentümer das Gebäude Anfang der 90er-Jahre.


Zum Zeitpunkt des Kaufabschlusses waren für einen Laien die Restaurierungsmängel kaum erkennbar. Schon bald wurden diese Mängel deutlicher, was im Jahre 1994 zu einem selbstständigen Beweisverfahren führte.

 
Noch im Jahr 1997 (siehe Bild 2) präsentierte sich das Gebäude bei einem ersten Ortstermin durch den Entwurfsverfasser auf den ersten Blick "als ein schönes westfälisches Fachwerkhaus", lediglich einige Hölzer erschienen schadhaft. 


Bei genauer Betrachtung zeigte sich dann auf den zweiten Blick, welch umfangreiche Schäden sich hinter der schwarz-weiß überstrichenen Fachwerkfassade verbargen. Schäden, die bei weitem die Mängelbeseitigungskosten aus dem Gutachten von 1995 überstiegen.
 

Auch ein wesentlicher Grund für den erweiterten Kostenrahmen war, dass in dem Gutachten nur die Kosten für die Holzerneuerung erfasst waren, jedoch die Kosten für begleitende Maßnahmen fehlten.


Planungs- und Ausführungsbeteiligte

Planung:
Planungsbüro für Hochbau und Innenarchitektur Dipl.-Ing. Friedrich Beckschulze, Hamm

Zimmerarbeiten:
Zimmerei -Holzbau
Friedrich Korte, Hamm

Bestand

Keine kraftschlüssigen Verbindungen
Die Folge der mangelhaften Statik: Verformungen und Putzrisse
Der "Buckel" im Westgiebel: Zwischen den Blendrahmen des Fensters und die Wand konnte Wasser eindringen, die gesamte Wand war akut einsturzgefährdet

Der Voreigentümer hatte die Holzkonstruktion notdürftig ausgebessert, aussteifende Innenwände entfernt und kraftschlüssige Verbindungen, wie sie eine vernagelte Zapfenverbindung darstellt, nicht wieder hergestellt. Stattdessen wurden Fehlstellen und Zapfenl”cher mit Montageschaum ausgefüllt oder mit Zementmörtel "verschmiert".

 
Die Gefachfelder wurden mit Zementmörtel beigeputzt, und innenseitig wurde mit Luftschicht, zur Verbesserung der Wärmedämmung, eine 6 cm Porenbetonschale vorgesetzt. Zusammengefasst alles Maßnahmen, die sich nicht mit einer denkmalgerechten Fachwerksanierung vertragen. Hinzu kamen in allen Bereichen Fehler in der Konstruktionsausbildung, die sich dann zu dem erheblichen Gesamtschaden aufaddierten. Hier seien nur fehlende Fundamente und im Wasser liegende Schwellhölzer erwähnt.

 
Fehlende Fundamente, entfernte Aussteifungen der Innenwandkonstruktion und mangelhafte kraftschlüssige Verbindungen, die ein intaktes Fachwerk auszeichnen, führten zu erheblichen Auswölbungen in der Fassade, die die Standsicherheit des Westgiebels bei fortschreitendem Schadensbild bis zur Sanierungsdurchführung im Jahr 1998 erheblich gefährdeten.

 
Vor Beginn der Arbeiten wurde, soweit dies ohne weitere bauliche Eingriffe möglich war, eine gründliche Schadens- und Bestandsaufnahme durchgeführt und ein Sanierungskonzept erarbeitet. Dieses Sanierungskonzept wurde mit der unteren Denkmalbehörde abgestimmt und mit einer Kostenberechnung hinterlegt.

 
Wichtig für einen Bauherrn bei einem Umbau ist, dass durch sorgfältige Berechnung eine recht genaue Kostenberechnung möglich ist (dieses setzt Erfahrung mit vorhandener Bausubstanz voraus und gilt in verschärfter Form für Arbeiten in und am Denkmal und Fachwerk).


Hier gilt zu wissen, welche Arbeiten zwangsweise in Abhängigkeit zu anderen Arbeiten notwendig werden. Eine Stütze im Fachwerk ist z.B. nur auszuwechseln, wenn die anliegenden Gefache herausgenommen, der Innenputz oder die Innenschale entfernt und auch die Elektro- und Heizungsinstallation, die dahinter liegt, entfernt werden. All diese notwendigen zusätzlichen Nebenarbeiten müssen in die Kostenberechnung mit einfließen.

Sanierungskonzept und Durchführung der Arbeiten

1. Entfernen der Elektro-, Heizungs- und Sanitärinstallation auf der Innenseite der Außenwände.
Diese Arbeiten sind Grundlage zur Durchführung der nachfolgenden Arbeiten.


2. Ausbau und Sicherung der vorhandenen Fenster und Außentüren.

Nicht nur, dass die Fenster unsachgemäß mit Montageschaum eingebaut waren (siehe Bild), auch die Fensterfutter waren nicht sauber an die Wand angepasst und angedichtet. An diesen Stellen trat Wasser über die Fassade in den Hohlraum zwischen Fenster, Futter und Fachwerk ein und führte so zum Fäulnisprozess der anschließenden Bauteile.

 
3. Entfernen der Porenbeton-Innenschale.
Wie schon zuvor erwähnt, ist es für die Durchführung der Fachwerkarbeiten erforderlich, eine nachträglich eingesetzte Innenschale zu entfernen. Des Weiteren hat sich in den letzten Jahren in der denkmalgerechten Sanierung von Fachwerkwänden die Erkenntnis durchgesetzt, dass Außenwände homogen, d.h. ohne Lufteinschlüsse, nachzudämmen sind.


4. Sicherung der vorhandenen Konstruktion.
Die vorhandenen zu sanierenden Wände und Zwischendecken waren sowohl von innen als auch von außen durchzustützen und das Gebäude einzurüsten.
 
Auch in der Gebäudesanierung sind alle notwendigen Sicherungsmaßnahmen für ein sicheres Arbeiten durchzuführen. An dieser Stelle weist der Verfasser auf die Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz auf Baustellen (Baustellenverordnung vom 10. 7. 98) hin. Ein Gesetz, dessen Erfüllung zwar beim Bauherrn liegt, mit dem sich die ausführenden Handwerker bisher aber nur unzulänglich beschäftigt haben.

 
5. Nach Durchstützung der Fassaden konnten die zementverputzten Gefache entfernt werden.

Beim Denkmal gilt es zwar, ein Maximum an Bestand zu erhalten, dies war in diesem Sanierungsfall jedoch nur bedingt möglich. Das Zusammenbringen von zementhaltigen Bauteilen (Außenputz) mit Holzbauteilen ist absolut zu vermeiden.

 
6. Nach Durchführung der vorbereitenden Arbeiten galt es, das Holzfachwerk wiederum unter dem Gesichtspunkt des max. Erhaltes der historischen Bausubstanz durchzubauen.
Während der zurückliegenden, unsachgemäß durchgeführten Renovierungsarbeiten wurden die Tragfähigkeit des Fundaments nicht geprüft und fehlende Schwellbalken nicht ergänzt. Der Schwellbalken des Westgiebels hatte sich in großen Teilen zu Humus aufgelöst. Der als Pflanzbeet aufgefüllte Boden und die vorgezogene Rampe, die bis an den Schwellbalken heranreichten und zu einer andauernden Durchfeuchtung führten, haben diesen Prozess noch begünstigt.

Die Verformung der Giebelwand war so weit vorangeschritten, dass diese in Teilbereichen nicht mehr auf dem Fundament aufstand. Maßgebend für die Einsturzgefahr der Giebelwand war auch das unsachgemäße Auswechseln von Teilstücken der Ständer, Riegel und Streben. Ein Teil dieser Hölzer fiel bei dem Herausnehmen der Gefache gleich mit heraus.

Die Ständer eines Gefaches dienen zum Abtragen der vertikalen Lasten über den Schwellbalken und das Fundament in den Baugrund. Die Riegel dienen der Knickaussteifung, während die Streben horizontale Lasten abtragen. Ergänzung und Auswechslung schadhafter Hölzer erfolgen ausschließlich in traditioneller Handwerkskunst. (Neuartige Holzverbindungen, wie Nagelverbinder, haben im Fachwerk nichts zu suchen.)


Nach fachgerechtem Durchbau des Fachwerks erfolgte die Erneuerung der Fundamente.